Mußbacher Zeittafel alt

Historische Zeittafel des Weindorfes
M U S S B A C H an der Deutschen Weinstraße

Zusammengestellt bzw. fortgeschrieben von Fritz F R E Y

Anmerkung: Die – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – aufgeführten Daten und Ereignisse sind nur Bruchstücke aus Mussbachs Vergangenheit, die gute und schlechte Erinnerungen wecken 

7000 vor Chr. kamen vom Balkan Sammler und Jäger. Sie pflanzten Emmer, Linsen, Mohn, Fenchel und Sellerie, arbeiteten mit Webstühlen und Steinmühlen sowie Flachs und Tierwolle bzw. Tierfellen (Steinzeit). 2000 v. Chr. In der Bronzezeit hatten die Leute bereits Messer, Sicheln und Lanzen. Aus 1500 v. Chr. fand man im „Neunzehnmorgen“ einen Krug.
800 v. Chr. Damals (der Eisenzeit) wurden Hügelgräber angelegt.
400 v. Chr. Aus dieser Zeit wurden Schmuckteile (Broschen, Armreife und Ringe) in der Gemarkung am Stecken, an der Ecke Lauter-bachstr./Goethestr. gefunden.
150 v. Chr. keltische Besiedlung in der Vorderpfalz
Um 71 v. Chr. Die keltische Urbevölkerung wird durch die Suebenzüge des Ariovist weitgehend verdrängt, Germanenzüge am Limes.
60 v. Chr. nemetische Besiedlung – Römersiedlungen im Oberrheingraben, die Kelten gerieten unter germanischen Druck.
52 v. Chr. Cäsar besetzt unser Gebiet und Gallien
10 -15 v. Chr. Es gibt erste Hubhöfe (keltisch), genannt Villae rusticae. Erste Brunnen in den Niederungen, sowie erste Römer- und Berg-straßen
20 n. Chr. erste römische Besiedlung in Neustadt/Weinstr. bis 5. Jahr-hundert. Man fand Steinreste eines Hofes im Steingebiß am Hohenweg. Keramikfunde am Mittelweg sowie Hof an der Bachgasse.
Ab ca. 100 n. Chr. Weinbau in der Pfalz
325 n. Chr. heidnischer Mithras-Kult
406 Germanen kommen über den Rhein und besetzen unser Ge-biet, auch sie bringen Reben.
420 Die Römer werden allmählich verdrängt.
400-600 Entstehung von Mussbach, erst als Haufen-, dann als Straßendorf
457 – 751 Die Merowinger kommen.
Um 504 werden mehrere Dörfer gegründet.
650 Gründung des Bistums Speyer
692 Erste Erwähnung von Mussbach (belegt durch Abteien in Fulda, Malta und Rhodos).
753 – 990 Weißenburger Herrschaft im Herrenhof Mussbach
774 Die Karolinger nehmen Besitz von unserem Raum
789 Kloster Heimbach steht dem Herrenhof vor
803 Mussbach wird im Güterverzeichnis zu Fulda erwähnt
843 Vertrag von Verdun (fränkische Reichsteilung)
990 Der Herrenhof kommt in Besitz der Salier.
991 Erstmals wird die Mussbacher Kirche erwähnt.
900 – 1000 Normanneneinfälle, teils auch Ungarn. Die ersten Burgen werden erbaut, so: die Heidenburg in Gomeltingen (Gimmel-dingen) und die Kästenburg in Hambach – erst Kästenburg, dann Maxburg, später Hambacher Schloß
991 Otto von Kärnten, Sohn des Herzogs Otto – Enkel v. Konrad dem Roten, beendet die Herrschaft der Weißenburger über den Herrenhof durch einen Überfall, was sich jedoch bis 1270 hinaus zog. - erste erwähnte Inflation
- neue Herrschaft des Herrenhofs: die „Adligen von Ram-berg“
- Otto von Worms (ein rauer Gesell) nahm dem Kloster Weißenburg 67 Höfe (in der Größe des Herrenhofs) ab
Um 1000 hatte Mussbach 420 ha Weinberge. Diese wurden von 26 Fron-Hubern und 19 pachtfreien Hubern bewirtschaftet.
1030 Grundsteinlegung des Speyerer Doms durch Kaiser Konrad II.
1060 In Jerusalem wurden aus einer Krankenpflegebruderschaft der Johanniterorden gegründet, der ein geistlicher Ritterorden war und sich später mit dem Malteserorden verbündet hat.
1090 Beginn des ersten Kreuzzuges
1140 Der erste Ritter von Mussbach „Arnulf“ wird genannt
1152 – 1190 Kaiser Friedrich I. „Barbarossa“ regiert
1155/56 Konrad von Staufen wird Pfalzgraf bei Rhein, Mußbach kommt zur Pfalz.
1158 Das Johanniterhaus „Heimbach“ bei Zeiskam, Stammhaus des Mußbacher Herrenhofes, von Barbarossa gegründet.
Um 1200 – 1215 Neustadt wird gegründet.
1262 – 1277 Albert von Mußbach im Domstift zu Speyer als Dechant (Vertreter des Bischofs) ernannt/gewählt
1270 Die Johanniter sind bereits in der Pfalz sesshaft, jedoch erst 20 Jahre später in Mußbach!
1275 Albert von Mußbach gründet das Spital „Branchweiler“.
1290 – 1797 besitzen die Johanniter den Herrenhof
1290 Der Orden begünstigt/unterstützt Kaiser Rothbart.
- Werner, Schenk von Ramberg, gibt den Johannitern das Patronatschaftsrecht an der Kirche mit Teilen des Zehnten
- Zu dieser Zeit sind Benediktiner-Mönche im Herrenhof, die Baumeister, Ärzte und Sekretäre waren
1297 Ritter Gerhard von Mußbach und seine 6 Töchter schenken den Johannitern 216 Morgen Land in Mußbach und eine Weingabe von jährlich 1800 Liter.
1311 Das Haus der Templer wird erstmals erwähnt (Eberhardstr.), der Herrenhof wird vom Kaiser den Johannitern geschenkt.
1311/12 Der Templerorden wird aufgelöst.
-Die gotische Kapelle wird genannt, sie dient den Johannitern als Kirche (vermutlich seit 960?).
1375 Baubeginn der Mußbacher „St. Johannes-Kirche“ mit hochgo-tischen Fenstern, umgeben vom Kirchhof
Um 1390 waren viele Adlige und Klöster als Grundbesitzer in Mußbach begütert.
1409 wird von Kirchenneubauten in Neustadt
1517 Reformation
1523/25 Bauernkrieg, Herrenhof und Gemeinde bleiben verschont
1529 Reichstag zu Speyer; Protest gegen die Majorisierung in Glaubensbedingungen; seitdem „Protestanten“
1534 Umbau der Dorfkirche „St. Johannes“. Sie war zu diesem Zeit-punkt noch katholisch.
1535 Neugestaltung des Herrenhofs durch die Johanniter
1546 Das Kloster Weißenburg wird vom Bischof des Bistums Spey-er einverleibt.
1555 - war der „Augsburger Religionsfriede“
- der Herrenhof besitzt 1432 Morgen Land (u.a. 410 Morgen Wald, 771 Morgen Ackerland, 238 Morgen Wiesen, der Rest Weinberge, das heißt: die Hälfte der Gemarkung ge-hört dem Orden
1594 Verlegung des Friedhofes vor das Dorf in der Gemarkung „Am Stecken“, Sandsteintafel am Westeingang
1591 nach Dr. Otto Sartorius hat Mußbach 160 Häuser, eine Ringmauer um den Hof und ca. 600 Einwohner
Um 1600 begann eine lebhafte Bautätigkeit, damals Holzhäuser
1618 – 1648 war der Dreißigjährige Krieg. Mußbach war davon sehr betroffen, hatte nur noch 7 Familien inne
1622 wurde das Kloster Heimbach geplündert und zerstört. Das Kloster wurde 1800 als Steinbruch versteigert.
1615 Zum Herrenhof gehören das Schaffnerhaus, der Pflanzgarten, sowie die Heidmühle. Das reformierte Schulhaus östlich der Kirche wird erbaut.
1635 Hungersnot, Pest, Cholera und Ruhr – während dem 30jährigen Krieg
1685 Die Dorfkirche St. Johannes wird zur Simultankirche, Pfarrer ein Kapuziner aus Neustadt.
1686 Wiedereinrichtung der katholischen Pfarrei
1688 – 1697 Pfälzischer Erbfolgekrieg, französische Truppen zerstören Kurpfälzer Städte.
1683 – 1699 Die Türken belagern Wien, werden am Kahlenberg vernichtend geschlagen. Der Krieg nimmt ganz Osteuropa in Beschlag.
1689 Die französischen Generäle Mélac und Montclar mit ihren Truppen verwüsten die Pfalz. Mußbach samt Johanneski rche wird eingeäschert.
1707 Die wiedererbaute Kirche wird zur Simultankirche, Chor und Schiff durch eine Mauer getrennt.
1727 – 1928 Die Kirche wird von der protestantischen Kirchgemeinde an der Westseite (Schiff) um 6 Meter verlängert und aufgestockt.
1736 Schulhausbau am Kirchplatz von der katholischen Kirchen-gemeinde
1740 In der Pfalz wird die Kartoffel eingeführt.
1742 – 1799 Kurfürst Carl-Theodor weilt in seinem Mußbacher Sommer-haus.
1756 Umbau des Storchenturmes und der Freitreppe mit Portal
1789 - Beginn der französischen Revolution
- Der Orden besitzt 1271 Morgen Güter, dazu 425 Morgen Wald, den Herrenhof mit Schaffnerhaus und Pflanzgarten, sowie 6 Morgen Wingert.
1792/93 Revolutionsheere in der Pfalz
1797 – 1811 - Der Friede von Campo-Formio
- Das linke Rheinufer kommt unter französische Herrschaft.
- Der Orden wird enteignet, wird zum französischen Staats-eigentum.
- Verbrennung der Zehntbücher des Gemeinde durch Dek-ret Napoleons
1801 Frieden von Lunéville
1802 Ende des ersten Deutschen Reiches
1806 Napoleon zieht in den Herrenhof ein
1811 Der Herrenhof wird versteigert. Neuer Besitzer ist der Kaufmann Jakob Kraetzer aus Mainz.
1801 – 1815 Die deutschen Gebiete links des Rheins werden mit Frankreich vereinigt.
1813 – 1815 Befreiungskriege
1814 Die Franzosen flüchten, die Alliierten (Preußen, Russen, Österreicher) kommen.
1816 – 1845 Bayern und Pfalz
1830 sehr schlechter Weinjahrgang
1832 Hambacher Fest, Wiege der Deutschen Demokratie
1848/49 Revolution
1848 Gründung der Bürgerwehren
1850 Die Rebland-Mechanisierung beginnt.
1852 – 1880 Oidium und Peronospora kommen in die Pfalz.
1860 - Gründung TV 1860 Mußbach
- Gründung Sängerverein Mußbach
1865 Die Nordbahn wird gebaut, Mußbach erhält einen Bahnhof.
1869 Bau des Weinbiet-Turmes
1870 Deutsch-französischer Krieg (Schlacht bei Sedan)
1872 Geldumstellung: statt Kreuzer, Gulden, Florin gab es Pfennig und Mark
1876 Bau des Haardter Schlosses
1882 Stiftung von Erzbischof Geißel an kath. Kirchengemeinde
1882 Es gibt eine sehr gute Weinqualität, jedoch nur halber Ertrag
1889 - Gründung der Aluminiumfabrik (Südmetall AG)
- Das Hetzelstift wird erbaut.
1890 - In Erbfolge führt Otto Sartorius I. den Herrenhof zur Einheit zusammen
- Weinernte: hoher Ertrag, mittlere Qualität
1892 - Schulhausneubau nördlich der Wolfengasse
- Erstmals wird eine Mussbacher Synagoge erwähnt.
1895 Der Wein ist erfroren!
Bis 1900 Elektrizität kommt nach Mussbach.
1898 - Erste Wasserleitung aus dem Tal wird erbaut (Holzröhren).
- Das Radfahren in der Hauptstraße wird verboten, weil es den Verkehr zu sehr stört.
1899 Einweihung der Obst- und Weinbauschule in Neustadt
1900 - Nach dem elektrischen Licht sieht man die ersten Autos
- Ein Arbeiter verdient durchschnittlich 30 Mark per Woche
- Erste Flurbereinigung; bei Grabungen werden Amphoren gefunden
1902 - Gründung des Winzervereins: gemeinsame Vermarktung der Trauben
- Das Telefon kommt
1903/04 - Gründung der katholischen Pfarrei, sie war seit 1897 vakant
- Mussbacher Katholiken sollten nach Winzingen zur Kirche, viele zogen jedoch den Kirchgang nach Königsbach vor
1909 - Stadtgas kommt nach Mussbach
- 1. Pfälzischer Winzerfestzug
1910 Der letzte Dorfbrunnen wird abgebaut, steht noch heute im Hof, an der Eselshaut 27.
1912 Benennung der Weinbergslagen
1914 – 1918 Erster Weltkrieg - Monatslohn eines Reichsbeamten: 360 Mark
- Wochenlohn eines Metallarbeiters: 38 Mark
1920 Gründung der Winzergenossenschaft
1922/23 Inflation
1923 - Monatslohn eines Reichsbeamten im August: 126 Mio. Mark
- Wochenlohn eines Metallarbeiters: 23 Mio. Mark
- Ein Brot kostet 200 000 Mark
1927 Mussbach erhält den ersten Abwasserkanal
1929 - Einführung der Rentenmark
- 1. Pfälzisches Weinlesefest
- Mussbach liegt an der verkehrsreichsten Straße der Pfalz
1936 Das Schwimmbad wird von Zöglingen/Pimpfen und Enthusiasten gebaut und liegt im Westen des Dorfes.
1935/36 Gauleiter Bürkel: der Initiator zur Deutschen Weinstrasse
1938 1. Mussbacher Siedlungs-Straßenbau im 20. Jahrhundert: es wurden Arbeiterhäuser errichtet an der Gartenstrasse.
1939 – 1945 2. Weltkrieg („Glocken zu Waffen“)
1943 – 1945 Luftangriffe auf Mussbach: an fünf verschiedenen Stellen fallen Bomben der Alliierten, eine Granate schlägt in der Dorfmit-te in eine Scheune. Die Bomben zerstören 8 Häuser/ Scheu-nen und fordern mehrere Todesopfer, darunter drei Mussba-cher Bürger, sowie mehrere Verletzte
08.05.1945 Die Amerikaner kommen, Militär und die Mussbacher kom-men gut miteinander aus, Probleme gibt es mit russischen Internierten, die im Ordenswald lagern und die Bevölkerung belästigen.
Herbst 1945 Die französische Armee löst die Amerikaner ab, „de Gaulle“ kommt – ein französischer General
1946 Gründung der Mussbacher Sportgemeinde (SGM)
1948 - Gründung des Weinbauvereins
21.06.1948 Währungsumstellung: die DM kommt
1948/49 Die evangelische Kirche ergänzt die Glocken (Glockenweihe): zu einer vorhandenen Glocke kommen drei Neue.
1949 - Neustadt erhält die größte Gussstahlglocke der Welt
- 1. Wahl der Deutschen Weinkönigin
Nach dem 2. Weltkrieg war in Mussbach eine sehr rege Bautätigkeit, viele Einzel- und Doppelhäuser wurden erbaut
1951 – 1952 2. Siedlungsbau: „Mussbach – Süd“, Thüringer-, Magdebur-ger-, Pommern- und Schlesierstraße entstehen
9.8.1958 - Die katholische Kirche „St. Johannes der Täufer“ wird eingeweiht: eine Rundkirche mit Glaskuppel, die in der Pfalz einmalig ist.
1958 -1962 3. Siedlungsbau: „Mussbach–Südost I“: Freiherr vom Stein-, Johanniter-, Uhland-, Grimm-, Albert Schweitzer-Straße, Am Gemäuer, Brücken- und Stentenwehr, sowie Sundhof- und Heidweg gebaut.
1960/61 Wurde die evangelische Kirche innen renoviert und umgestaltet. Die Decke wurde umgebaut, der Altar von der Kirchemitte an die Ostseite versetzt, Nord- und Ostempore entfernt, ebenso die Sakristei, die Orgel von der Ost- zur Westseite versetzt, der Steinboden neu belegt und die Sitzbänke anders angeordnet.
Bereits um 1963 wurden die ersten Aussiedlerhöfe rund um Mussbach genehmigt, die ausschließlich für landwirtschaftliche Betriebe vorbehalten sind.
1968 Zusammenschluss von Winzerverein und Winzergenossen-schaft zur Winzergenossenschaft (WG) Weinbiet
08.06.1969 - Mussbach wird mit weiteren 8 Ortsgemeinden zu Neustadt eingemeindet
- Neustadt mit Ortsteilen hat nun 2400 ha Rebfläche und ist somit die größte Weinbaugemeinde Deutschlands
18.09.1970 - Die Landes-Lehr- und Forschungsanstalt für Wein- und Obstbau bekommt durch Kauf des Landes Rheinland-Pfalz den Johanniterhof. Die LLFA zieht in den Herrenhof ein, baut jedoch im Weinbergsgelände „Neunzehnmorgen“ zu-sätzlich eine neue Lehr- und Forschungsanstalt
- Der Mußbacher Winzerverein und die Winzergenossen-schaft fusionieren. Im Vereinsanwesen erfolgt die Trau-benannahme und Ausbau, im Genossenschaftsareal Ab-füllung und Verkauf.
1971 Fusion von WG Weinbiet mit WG Gimmeldingen
1971 Das Land Rheinland-Pfalz schenkt der Stadt Neustadt die westliche Hälfte des Herrenhofes, mit Kelterhaus, Stallungen, Getreidekasten mit Keller und Storchenturm. Eine Mußbacher Interessengemeinschaft unterstützt die Stadt und renoviert gründlich die verschiedenen Bauten, wobei sich Männerchor, Trachtengruppe, Landfrauenverein und Weinbauverein tat-kräftig beteiligen und somit Vereinsheime einrichten können.
1973 – 1999 Flurbereinigung in dreijährigen Abschnitten Pfingsten 1975 fand das erste Mußbacher Eselshautfest im Herrenhof statt, es kommen viele Gäste aus Nah und Fern.
1975 Gegründet wird eine Mußbacher Interessengemeinschaft „Mußbacher Schwimmbad“, diese übernimmt die jährliche Renovierung und Betreuung Seit August 1985 wird jährlich am letzten August-Wochenende/Sonntag der „Er-lebnistag Deutsche Weinstraße“ gefeiert: das ist ein autofreier Tag von Bockenheim bis Schweigen
1987 Baulandumlegung „Am Dreschplatz“ und „Schießmauer“
1988 Wurden Gärten „Am Hasenstein“ umgelegt und als Bauplätze ausgewiesen. Dies betrifft die östliche Straßenseite, die Gim-meldinger Seite („Deichwiese“) erfolgte erst 1999/2000.
1990 Baugebiet „Mussbach–Südost II“ wird umgelegt/erbaut. Neue Straßen sind: Dr. Sartorius-Straße, Riesling-, Portugieser-, Silvaner-, Müller-Thurgau-, Ruländer-, Bacchusweg sowie Am Krautgarten und das untere Stentenwehr
1990 Die „A 65“ (neue Autobahn) wird freigegeben. Somit ist Mussbach etwas von dem starken Durchgangsverkehr entlastet.
06.09.1992 1300 Jahre Mussbach a. d. deutschen Weinstraße. Mit einem großen historischen Festzug (100 Zugnummern) und übers Jahr verteilt mit verschiedenen festlichen Veranstaltungen wird gebührend gefeiert.
Januar 1993 In den Winzerstuben wird die Bürgerinitiative „Mußbacher Schwimmbad“ gegründet. Damit soll die Stadt Neustadt finanziell entlastet werden. Das Bad soll erhalten und am 21.05.1993 eröffnet werden.
02.06.1998 Der schwerste Hagelschlag seit Menschen gedenken geht über Mußbach nieder. Obst, Gemüse, Getreide und Wein, ja selbst die Kartoffeln (Kraut) in der Erde leiden Not. Es gibt viele Glas- und Gebäudeschäden. Die landwirtschaftlichen Erträge sind zu 70% ausgefallen.
2000 - Die Sportgemeinde (SGM) erhält nun endlich, den bei der Eingemeindung zu Neustadt versprochenen Rasenplatz
- Mussbach hat ca. 4100 Einwohner
- Der Turnverein (TV) hat viele Sportabteilungen und ist auf ca. 1200 Mitglieder angewachsen.
2001 Die 1948 erbaute katholische Rundkirche hat erhebliche Bauschäden. Der Kirchturm von St. Johannes muss abgetragen werden, die Glocken sollen an einem Stahlturm/Gerüst im Kirchgarten aufgehängt werden.
2002 Fusion von WG Weinbiet mit WG Haardt
2004 Neben dem Autobahnzubringer im Osten erhält Mussbach einen zusätzlichen Anschluss über die Straße „Zum Ordenswald“. Beide Anschlüsse sind nach wie vor stark frequentiert, sollen jedoch durch eine Spange von der Gimmeldinger Stra-ße in Neustadt zum Verkehrskreisel in Mussbach-Süd entlastet werden
2007 Die ehemalige katholische Kirche (Chor) wird von Protestanten gekauft und nach einer Renovierung unter Mitspracherecht der katholischen Gemeinde genutzt.

 Gedenktafel an der Mussbacher Friedhofsmauer 
Als man zählte anno neunzig vier (1594)
Ist dieser Acker mit Gebiehr,
von Orden kommen an die Gemein
und damals auch der erste Stein,
an dieser Maur gelegt in Grund
und also von der selben Stund,
ein Acker Gottes worden fein
zu behalten, die gestorben sein.

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Die Mussbacher Mähergenossenschaft

Die Güldwiesen waren Eigentum des Kurfürsten.
Die Bensenwiesen – Eigentum des Johanniterordens.
Die Mußbacher mussten mähen !
Die Lachener mussten dörren und laden !
Die Duttweilerer mussten die Wiesengräben putzen !
Güldwiesen heißt Geldwiesen, wurden für Geld vergebnen.

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Quellen / Nachweise:

1. Aus Mussbachs Vergangeneit v. J. Lutwitzi
2. Mitteilungen des Historischen Vereins der Pfalz, Speyer 1874
3. Geschichte eines Weindorfes – Mußbach v. Dr. Otto Sartorius
4. Die Geschichte der Schaffelmühle v. Helmut Lingenfelder
5. Archiv der Genealogen, Ludwigshafen/Rh.
6. Historische Zeittafel – Neustadt v. Herrn Beck, Hambach
7. Broschüren von Kurt Wiedemann
8. Gemeindearchiv Mussbach a.d. Weinstraße
9. Katholische und protestantische Kirchenbücher, Mussbach
10. Archiv der Grundschule Mussbach
11. Protokoll der Winzergenossenschaft „Weinbiet“ Mussbach