Mußbacher Zeittafel

Historische Zeittafel des Weindorfes
Mußbach an der Deutschen Weinstraße


Anmerkung: Die – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – aufgeführten Daten und Ereignisse sind nur Bruchstücke aus Mussbachs Vergangenheit, die gute und schlechte Erinnerungen wecken 

erstellt im Jahre 2015 von Dr. Karl Adams (bis 1824)

Steinzeit:

Erste Besiedlungsspuren in der Gemarkung von Mußbach.

Um 1500 v. Chr.

Bronzezeit: Fund von Scherben eines Kruges auf dem Gelände des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum (DLR) am Breitenweg.

Um 800 v. Chr.

Bronzezeit: Sammelfund von Messern, Sicheln, Lanzen und Beilen in einer Sandgrube in der Gewann Kleines Steingebiss.

5.Jhdt. v. Chr.

Die Kelten, der Stamm der Mediomatriker, besiedeln die Pfalz; statt die Toten zu verbrennen, beerdigen sie diese in Flachgräbern.

Um 400 v. Chr.

Fund eines Flachgrabes mit einer frühkeltischen Frau im Dreieck Schlittweg - Meckenheimer Straße - Deidesheimer Straße; bekannte Keltensiedlung in der Pfalz: am Donnersberg.

62 v. Chr.

Der Suebenfürst Ariovist zieht mit 7 elbgermanischen Stämmen dar­unter die Nemeter, in den Oberrheingraben und verdrängt die Kelten.

58 v. Chr.

Ariovist wird in der Schlacht von Mühlhausen besiegt, die Römer er­obern den Oberrheingraben und siedeln die elbgermanischen Stämme hier an , die Nemeter in der Vorderpfalz zwischen Isenach und Seltzbach im Elsass. Hauptorte der Nemeteransiedlung: Noviomagnus = Speyer und Tabernae = Rheinzabern.

20 n. Chr.

Die Nemeter werden in Germania superior in die Verteidigung mit ein­bezogen. In Mußbach wird von ihnen der erste Gutshof (villa rustica) im Untern Steingebiss gebaut, 100 n. Chr. wird der Holzbau in einen Steinbau umgebaut.

Bis 500

In der römischen Zeit sind weitere Gutshöfe südlich des Hoheweges gebaut worden, nachgewiesen in der Gewann 15 Morgen, vermutet in der Gewann Oberes Steingebiss östlich der Autobahn bei Kiesgrube.

Um 100

Beginn des Weinbaues in der Pfalz, Kaiser Probus (276 - 282) legalisiert den Weinbau in den eroberten germanischen Provinzen.

Ab 254

Die Alamannen fallen in die röm. Siedlungsgebiete am Rhein ein.

Ab 496

Die Franken besiedeln die Vorderpfalz und verdrängen die Alamannen.

Um 600

Gründung von Mußbach, Nachweis über Funde in einem Gräberfeld aus der Zeit 670 bis 690 westlich des heutigen Friedhofs im Jahre 1860.

780 – 802

Erste Nennung von Mußbach unter dem Namen Muorbach und Muosbach im Güterverzeichnis des Benediktinerklosters Fulda, der Ortsname Muosbach wird auch in drei Weißenburger Klosterakten genannt.

Um 780

Aus fränkischer Hand Schenkung großer Teile der Siedlung und der Gemarkung an das Benediktinerkloster Weißenburg, der Herrenhof (curtis dominica) entsteht und wird bis 991 als Fronhof mit leibeigenen Bauernfamilien (45, später 24) und mit einigen Rechten geführt.

Vor 900

Bau einer Basilika als Eigenkirche des Klosters Weißenburg.

991

Otto von Worms, der Großvater Kaiser Konrads des II., wird für Landverluste in Kärnten mit Weißenburger Güterbesitz entschädigt; das Kloster verliert 68 Herrenhöfe, auch den Hof in Mußbach, der in den Familienbesitz der Salier und später der Staufer gelangt.

1147 – 1149

Friedrich der I., Barbarossa (1125-1190), nimmt als Herzog von Schwaben am 2. Kreuzzug ins Heilige Land teil.

1157

Friedrich Barbarossa, privilegierte, als er 1155 Kaiser wurde, den Johanniterorden: Er erlaubte die Freistellung von Abgaben und die Schenkung von Gütern.

1185

Kaiser Friedrich Barbarossa gründet die Johanniterkomturei Heimbach

Mittelalter:

Der niedere Dienstadel sowie Kirchen, Klöster und Stifte werden Grundbe­sitzer mit Rechten und beachtlichem Grundbesitz in Mußbach.

1290

Der Johanniterorden, die Komturei Heimbach, erhält von Werner, dem Schenk von Ramberg, das Patronatsrecht in Mußbach, der Orden wird Pfarrherr und erhält wesentliche Teile des Kirchenzehnten.

1297

Ritter Gerhard von Mußbach schenkt dem Johanniterorden Besitz in Mußbach und Freisbach im Rahmen eines Naturalvertrages.

Ab 1290

Der Besitz des Johanniterordens in Mußbach wird Membrum (Filialhaus) der Komturei Heimbach.

1319

Ein Ordenshaus der Johanniter in Mußbach wird erwähnt, nach Aktenlage: Haus und Wirtschaftsgebäude der Familie des Ritters Gerhard.

1375 -1400

Bau der St. Johanneskirche mit Beinhaus und Umfassungsmauer mit Beinbrech um den Friedhof; der hochgotische Chor steht noch heute.

1391

Bau eines neuen Ordenshauses im Herrenhof im Süden der Kirche.

1469

Zum ersten Mal wird ein Rathaus genannt.

1512

Johann von Hattstein, Komtur von Heimbach und Großprior des Johanniterordens erhob den Johanniterbesitz in Mußbach zum Kameralgut.

1523 -1525

Bauernkrieg, nur geringe Schäden in Mußbach dank des guten Einver­nehmens zwischen den Bauern und dem Johanniterorden.

1530

Ausbau des Herrenhofes zum Wehrhof, Erweiterung auf die heutige Größe, Renovierung, Neubau des Getreidekastens und der Stallungen.

1534

Die Kirche wird renoviert und der Kirchturm auf die heutige Größe erhöht.

1556

Kurfürst Ottheinrich der Großmütige ordnet die reformierte Religion an. Die Kirche geht aus katholischer Hand an die reformierte Gemeinde.

1594

Verlegung des Friedhofs um die Kirche an die Lauterbachstraße.

1595

Der Johanniterorden bewirtschaftete 572 ha Land, ca. 40% der Gemar­kungsfläche von Mußbach.

1600

Etwa 600 Einwohner leben in 160 Häusern, ca. 130 landw. Betriebe.

1618 – 1648

 Dreißigjähriger Krieg, auch Gefechte in der Mußbacher Flur, Brand­schäden im Ort und im Herrenhof, Hungersnot und Seuchen, die Flur verödet, zeitweise nur noch 8 Feuerstellen, danach Einwanderungen von Familien aus der Schweiz und aus Frankreich.

1650

Bau des 1. Schulhauses mit Lehrerwohnung, an der Eselshaut 36.

1685

Die Johanneskirche wird Simultankirche.

1686

Die katholische Pfarrei wird wieder gegründet.

1688 – 1697

Pfälzischer Krieg: Kriegsschäden in der Gemeinde und im Herrenhof. Ordenshaus nicht mehr bewohnbar. Die Kirche wurde nicht zerstört sondern Lager für die französische Truppen.

1701 – 1713

Spanischer Erbfolgekrieg: keine größeren Schäden in Mußbach.

1705

Pfälzische Religionsdeklaration: die Simultankirchen werden entweder den Religionsgemeinschaften zugewiesen oder wie in Mußbach geteilt.

1707

In der Johanneskirche wird eine Trennmauer eingezogen, den Chor erhalten die Katholiken, das Langhaus die Reformierten.

1721

Es gibt 34 Handwerker, bis 1826/27 steigt diese Anzahl auf 56.

1727/28

Umbau des Langhauses, Westerweiterung um 7.75 Meter.

1736

Bau des katholischen Schulhauses mit Lehrer- und Pfarrerwohnung.

1770-1775

Im Herrenhof: Neubau des Herrenhauses im Barockstil und des Kut­scherhauses, Restaurierung des Getreidekastens, Renovierung der Gebäude unter Großprior Johann Baptist Freiherr von Schauenburg.

1788

Neubau des Rathauses, Reparaturen und Umbauten 1828 und 1837

1789

Französische Revolution

1792-17/94

Revolutionskrieg in der Pfalz, danach bis 1797 franz. Besatzungszeit

1797

Frieden von Campoformino, das linke Rheinufer wird französisch, der Herrenhof wird säkularisiert und der Ehrenlegion zugewiesen.

1811

Das Johannitergut mit dem Herrenhof wird in Mainz versteigert, die Familie Kraetzer erwirbt die Hofreite und 130 ha Land, die Bürger vor allem die Bauern und Winzer steigern die übrigen Nutzflächen; der Wald geht an die Gemeinde.

1813-1815

Befreiungskriege: mehrfacher Truppendurchzug und Einquartierung.

1814/15

Wiener Kongress, Ergebnis: Die Pfalz kommt 1816 zu Bayern.

1821

Erste genaue Landvermessung, Anlage des Urkatasters von Mußbach

1824

Einwohner: 1963, davon prot.: 1433, kath.: 392, jüd.: 138; Haushalte: 392


Zusammengestellt von Fritz Frey (ab 1830)


1830 sehr schlechter Weinjahrgang
1832 Hambacher Fest, Wiege der Deutschen Demokratie
1848/49 Revolution
1848 Gründung der Bürgerwehren
1850 Die Rebland-Mechanisierung beginnt.
1852 – 1880 Oidium und Peronospora kommen in die Pfalz.
1860 - Gründung TV 1860 Mußbach
- Gründung Sängerverein Mußbach
1865 Die Nordbahn wird gebaut, Mußbach erhält einen Bahnhof.
1869 Bau des Weinbiet-Turmes
1870 Deutsch-französischer Krieg (Schlacht bei Sedan)
1872 Geldumstellung: statt Kreuzer, Gulden, Florin gab es Pfennig und Mark
1876 Bau des Haardter Schlosses
1882 Stiftung von Erzbischof Geißel an kath. Kirchengemeinde
1882 Es gibt eine sehr gute Weinqualität, jedoch nur halber Ertrag
1889 - Gründung der Aluminiumfabrik (Südmetall AG)
- Das Hetzelstift wird erbaut.
1890 - In Erbfolge führt Otto Sartorius I. den Herrenhof zur Einheit zusammen
- Weinernte: hoher Ertrag, mittlere Qualität
1892 - Schulhausneubau nördlich der Wolfengasse
- Erstmals wird eine Mussbacher Synagoge erwähnt.
1895 Der Wein ist erfroren!
Bis 1900 Elektrizität kommt nach Mussbach.
1898 - Erste Wasserleitung aus dem Tal wird erbaut (Holzröhren).
- Das Radfahren in der Hauptstraße wird verboten, weil es den Verkehr zu sehr stört.
1899 Einweihung der Obst- und Weinbauschule in Neustadt
1900 - Nach dem elektrischen Licht sieht man die ersten Autos
- Ein Arbeiter verdient durchschnittlich 30 Mark per Woche
- Erste Flurbereinigung; bei Grabungen werden Amphoren gefunden
1902 - Gründung des Winzervereins: gemeinsame Vermarktung der Trauben
- Das Telefon kommt
1903/04 - Gründung der katholischen Pfarrei, sie war seit 1897 vakant
- Mussbacher Katholiken sollten nach Winzingen zur Kirche, viele zogen jedoch den Kirchgang nach Königsbach vor
1909 - Stadtgas kommt nach Mussbach
- 1. Pfälzischer Winzerfestzug
1910 Der letzte Dorfbrunnen wird abgebaut, steht noch heute im Hof, an der Eselshaut 27.
1912 Benennung der Weinbergslagen
1914 – 1918 Erster Weltkrieg - Monatslohn eines Reichsbeamten: 360 Mark
- Wochenlohn eines Metallarbeiters: 38 Mark
1920 Gründung der Winzergenossenschaft
1922/23 Inflation
1923 - Monatslohn eines Reichsbeamten im August: 126 Mio. Mark
- Wochenlohn eines Metallarbeiters: 23 Mio. Mark
- Ein Brot kostet 200 000 Mark
1927 Mussbach erhält den ersten Abwasserkanal
1929 - Einführung der Rentenmark
- 1. Pfälzisches Weinlesefest
- Mussbach liegt an der verkehrsreichsten Straße der Pfalz
1936 Das Schwimmbad wird von Zöglingen/Pimpfen und Enthusiasten gebaut und liegt im Westen des Dorfes.
1935/36 Gauleiter Bürkel: der Initiator zur Deutschen Weinstrasse
1938 1. Mussbacher Siedlungs-Straßenbau im 20. Jahrhundert: es wurden Arbeiterhäuser errichtet an der Gartenstrasse.
1939 – 1945 2. Weltkrieg („Glocken zu Waffen“)
1943 – 1945 Luftangriffe auf Mussbach: an fünf verschiedenen Stellen fallen Bomben der Alliierten, eine Granate schlägt in der Dorfmit-te in eine Scheune. Die Bomben zerstören 8 Häuser/ Scheu-nen und fordern mehrere Todesopfer, darunter drei Mussba-cher Bürger, sowie mehrere Verletzte
08.05.1945 Die Amerikaner kommen, Militär und die Mussbacher kom-men gut miteinander aus, Probleme gibt es mit russischen Internierten, die im Ordenswald lagern und die Bevölkerung belästigen.
Herbst 1945 Die französische Armee löst die Amerikaner ab, „de Gaulle“ kommt – ein französischer General
1946 Gründung der Mussbacher Sportgemeinde (SGM)
1948 - Gründung des Weinbauvereins
21.06.1948 Währungsumstellung: die DM kommt
1948/49 Die evangelische Kirche ergänzt die Glocken (Glockenweihe): zu einer vorhandenen Glocke kommen drei Neue.
1949 - Neustadt erhält die größte Gussstahlglocke der Welt
- 1. Wahl der Deutschen Weinkönigin
Nach dem 2. Weltkrieg war in Mussbach eine sehr rege Bautätigkeit, viele Einzel- und Doppelhäuser wurden erbaut
1951 – 1952 2. Siedlungsbau: „Mussbach – Süd“, Thüringer-, Magdebur-ger-, Pommern- und Schlesierstraße entstehen
9.8.1958 - Die katholische Kirche „St. Johannes der Täufer“ wird eingeweiht: eine Rundkirche mit Glaskuppel, die in der Pfalz einmalig ist.
1958 -1962 3. Siedlungsbau: „Mussbach–Südost I“: Freiherr vom Stein-, Johanniter-, Uhland-, Grimm-, Albert Schweitzer-Straße, Am Gemäuer, Brücken- und Stentenwehr, sowie Sundhof- und Heidweg gebaut.
1960/61 Wurde die evangelische Kirche innen renoviert und umgestaltet. Die Decke wurde umgebaut, der Altar von der Kirchemitte an die Ostseite versetzt, Nord- und Ostempore entfernt, ebenso die Sakristei, die Orgel von der Ost- zur Westseite versetzt, der Steinboden neu belegt und die Sitzbänke anders angeordnet.
Bereits um 1963 wurden die ersten Aussiedlerhöfe rund um Mussbach genehmigt, die ausschließlich für landwirtschaftliche Betriebe vorbehalten sind.
1968 Zusammenschluss von Winzerverein und Winzergenossen-schaft zur Winzergenossenschaft (WG) Weinbiet
08.06.1969 - Mussbach wird mit weiteren 8 Ortsgemeinden zu Neustadt eingemeindet
- Neustadt mit Ortsteilen hat nun 2400 ha Rebfläche und ist somit die größte Weinbaugemeinde Deutschlands
18.09.1970 - Die Landes-Lehr- und Forschungsanstalt für Wein- und Obstbau bekommt durch Kauf des Landes Rheinland-Pfalz den Johanniterhof. Die LLFA zieht in den Herrenhof ein, baut jedoch im Weinbergsgelände „Neunzehnmorgen“ zu-sätzlich eine neue Lehr- und Forschungsanstalt
- Der Mußbacher Winzerverein und die Winzergenossen-schaft fusionieren. Im Vereinsanwesen erfolgt die Trau-benannahme und Ausbau, im Genossenschaftsareal Ab-füllung und Verkauf.
1971 Fusion von WG Weinbiet mit WG Gimmeldingen
1971 Das Land Rheinland-Pfalz schenkt der Stadt Neustadt die westliche Hälfte des Herrenhofes, mit Kelterhaus, Stallungen, Getreidekasten mit Keller und Storchenturm. Eine Mußbacher Interessengemeinschaft unterstützt die Stadt und renoviert gründlich die verschiedenen Bauten, wobei sich Männerchor, Trachtengruppe, Landfrauenverein und Weinbauverein tat-kräftig beteiligen und somit Vereinsheime einrichten können.
1973 – 1999 Flurbereinigung in dreijährigen Abschnitten Pfingsten 1975 fand das erste Mußbacher Eselshautfest im Herrenhof statt, es kommen viele Gäste aus Nah und Fern.
1975 Gegründet wird eine Mußbacher Interessengemeinschaft „Mußbacher Schwimmbad“, diese übernimmt die jährliche Renovierung und Betreuung Seit August 1985 wird jährlich am letzten August-Wochenende/Sonntag der „Er-lebnistag Deutsche Weinstraße“ gefeiert: das ist ein autofreier Tag von Bockenheim bis Schweigen
1987 Baulandumlegung „Am Dreschplatz“ und „Schießmauer“
1988 Wurden Gärten „Am Hasenstein“ umgelegt und als Bauplätze ausgewiesen. Dies betrifft die östliche Straßenseite, die Gim-meldinger Seite („Deichwiese“) erfolgte erst 1999/2000.
1990 Baugebiet „Mussbach–Südost II“ wird umgelegt/erbaut. Neue Straßen sind: Dr. Sartorius-Straße, Riesling-, Portugieser-, Silvaner-, Müller-Thurgau-, Ruländer-, Bacchusweg sowie Am Krautgarten und das untere Stentenwehr
1990 Die „A 65“ (neue Autobahn) wird freigegeben. Somit ist Mussbach etwas von dem starken Durchgangsverkehr entlastet.
06.09.1992 1300 Jahre Mussbach a. d. deutschen Weinstraße. Mit einem großen historischen Festzug (100 Zugnummern) und übers Jahr verteilt mit verschiedenen festlichen Veranstaltungen wird gebührend gefeiert.
Januar 1993 In den Winzerstuben wird die Bürgerinitiative „Mußbacher Schwimmbad“ gegründet. Damit soll die Stadt Neustadt finanziell entlastet werden. Das Bad soll erhalten und am 21.05.1993 eröffnet werden.
02.06.1998 Der schwerste Hagelschlag seit Menschen gedenken geht über Mußbach nieder. Obst, Gemüse, Getreide und Wein, ja selbst die Kartoffeln (Kraut) in der Erde leiden Not. Es gibt viele Glas- und Gebäudeschäden. Die landwirtschaftlichen Erträge sind zu 70% ausgefallen.
2000 - Die Sportgemeinde (SGM) erhält nun endlich, den bei der Eingemeindung zu Neustadt versprochenen Rasenplatz
- Mussbach hat ca. 4100 Einwohner
- Der Turnverein (TV) hat viele Sportabteilungen und ist auf ca. 1200 Mitglieder angewachsen.
2001 Die 1948 erbaute katholische Rundkirche hat erhebliche Bauschäden. Der Kirchturm von St. Johannes muss abgetragen werden, die Glocken sollen an einem Stahlturm/Gerüst im Kirchgarten aufgehängt werden.
2002 Fusion von WG Weinbiet mit WG Haardt
2004 Neben dem Autobahnzubringer im Osten erhält Mussbach einen zusätzlichen Anschluss über die Straße „Zum Ordenswald“. Beide Anschlüsse sind nach wie vor stark frequentiert, sollen jedoch durch eine Spange von der Gimmeldinger Stra-ße in Neustadt zum Verkehrskreisel in Mussbach-Süd entlastet werden
2007 Die ehemalige katholische Kirche (Chor) wird von Protestanten gekauft und nach einer Renovierung unter Mitspracherecht der katholischen Gemeinde genutzt.

 Gedenktafel an der Mussbacher Friedhofsmauer 
Als man zählte anno neunzig vier (1594)
Ist dieser Acker mit Gebiehr,
von Orden kommen an die Gemein
und damals auch der erste Stein,
an dieser Maur gelegt in Grund
und also von der selben Stund,
ein Acker Gottes worden fein
zu behalten, die gestorben sein.

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Empfehlenswerte Literatur:

Autorenteam: Mußbach an der Deutschen Weinstraße,Beiträge zur Ortsgeschichte, Neustadt 1992.

Sartorius O.: Mussbach, 2. Auflage, Neustadt 1971.

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Die Mussbacher Mähergenossenschaft

Die Güldwiesen waren Eigentum des Kurfürsten.
Die Bensenwiesen – Eigentum des Johanniterordens.
Die Mußbacher mussten mähen !
Die Lachener mussten dörren und laden !
Die Duttweilerer mussten die Wiesengräben putzen !
Güldwiesen heißt Geldwiesen, wurden für Geld vergebnen.

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Quellen / Nachweise:

1. Aus Mussbachs Vergangeneit v. J. Lutwitzi
2. Mitteilungen des Historischen Vereins der Pfalz, Speyer 1874
3. Geschichte eines Weindorfes – Mußbach v. Dr. Otto Sartorius
4. Die Geschichte der Schaffelmühle v. Helmut Lingenfelder
5. Archiv der Genealogen, Ludwigshafen/Rh.
6. Historische Zeittafel – Neustadt v. Herrn Beck, Hambach
7. Broschüren von Kurt Wiedemann
8. Gemeindearchiv Mussbach a.d. Weinstraße
9. Katholische und protestantische Kirchenbücher, Mussbach
10. Archiv der Grundschule Mussbach
11. Protokoll der Winzergenossenschaft „Weinbiet“ Mussbach